Bibliothekskongress Leipzig 2013: eine Nörgelei! #bid2013

Der Kongress ist seit einigen Tagen vorbei, das Gefühl von: „es hätte besser sein können“ bleibt. Aber immerhin Leipzig 🙂 Auch wenn das Wetter eindeutig nicht auf der Seite des Bibliothekswesen war!

20130312_083318 (816 x 612)

Ich befürchte dass wird ein ziemlicher Nörgel-Beitrag. Wer das nicht lesen mag, bitte nun die Seite verlassen und auf bessere Beiträge hoffen.

Es fing schon vor dem Kongress an. Die App wurde vorgestellt und viele stellten fest, dass ihr Smartphone mit Android das App gar nicht nutzen konnte, dass es dieses nur für iOS gab. Als Begründung wurde „bekannt gegeben“ (auf Nachfrage anderer Betroffener) dass man keine Zeit gehabt hätte. Ja.. dass ist doch mal eine… „Begründung“. Alternativ gab es das „Web App“ was auch nichts anderes ist, als eine mobile Website. Nun ja, es gab für alle dass gedruckte Programm, das war am Ende am besten nutzbar.

Ich mag die Kongresshalle in Leipzig (obwohl ich auch noch nicht so viele andere kenne…).

20130312_131513 (816 x 612)

20130312_134206 (816 x 612)

Der Aufbau an sich war bekannt, Ausstellerpräsentation auf allen Ebenen, dazwischen jede Menge Menschen. Keine Überraschungen auf der Seite.

Das Programm empfand ich von Anfang als nicht wirklich überwältigend. Natürlich ist das Programm auch nur so gut, wie die Beiträge die eingereicht werden. Hier trat für mich immer wieder ein Problem zu Tage. Meine Erwartungen und der eigentliche Vortrag passten oft nicht zusammen. Manchmal erschien es mir, dass es auch gereicht hätte einfach nur die Abstracts zu lesen.
In dem Zusammenhang ist noch ein anderes Problem aufgetreten (und wenn ich Twitter glaub, bin ich da nicht die einzige Person der es so ging). Wie man Power Points technisch erstellt wissen viele, wie man sie inhaltlich didaktisch aufbereitet, wissen offenbar nur die wenigsten. Ich verzichte auf Beispiel, möchte ja niemanden auf die Füße treten. Ein Problem war und ist aber dass teilweise komplette Vortragstexte auf den Folien waren. Und ganz ehrlich, Lesen kann ich selber. Ich brauche keine Vorlesestunde. Einige hatten es als Stichpunkte getarnt und dann einfach vollständige Sätze beim Reden „hervor gezaubert“. Macht die Sache aber auch nicht besser. Ich sehe hier großen Schulungsbedarf.
Positiv fand ich, dass bei den Vorträgen die ich gehört habe, ein Prezi dabei war 🙂 Ich liebe Prezi!
Natürlich waren nicht alle PP schlecht, aber 2/3 waren mittel bis schlecht. Schulungen oder intensives selber aneignen sind hier dringend notwendige liebe Kollegen und Kolleginnen.

Ein anderes riesen Manko war das Raumproblem und die oft falsche Belegung. Warum legt man RDA in einen riesen Saal und Ebooks in einen Kleinen? Ja, RDA kommt und ist wichtig. Aber seien wir realistisch, die meisten interessiert es erst, wenn sie damit arbeiten werden. Was davor passiert, darauf hat der Normalkatalogisierer eh keinen Einfluss. Auf der anderen Seite sind Ebooks und Discovery Services aktuelle Themen in den Bibliotheken, wo dementsprechend auch viele Leute Informationen suchen. Die Veranstalter sollten sich bei der Raum-/Themenkonstellation mehr an aktuellen Bedürfnissen orientieren. Leider kam es so sehr oft vor, dass mann/frau vor komplett überfüllten Räumen stand.

Den Ebook Vortrag hatte ich auch verpasst und bin dann in Prozessmanagement. Ich muss sagen, dass Thema ist sehr interessant und ich werde es auf jeden Fall bei uns auch ansprechen. So hatte die Überfüllung auch was positives.

Was ich auch ganz schön fand, war die Posterausstellung. Da gab es zwar auch einige schlechte, aber auch viele gute. Am besten hat mir das Social Media Poster der Helmut-Schmidt Universitätsbibliothek gefallen.

Programmtechnisch war der Dritte Tag eindeutig der Beste. Am Dienstag war irgendwie ein wenig ein verschwendeter Tag, leider. Immerhin habe ich viele meiner Kommilitonen wieder getroffen. Allein in dieser Hinsicht hat sich der Kongress gelohnt 🙂

Ach ja, was ich noch zum OPUS Server anmerken möchte. Ich finde es super, dass dort teilweise recht zügig die Vorträge hochgeladen werden und man so nochmal gut nachlesen kann. Aber, manchmal wäre es einfach wünschenswert wenn nicht nur die PP dasteht sondern auch ergänzende Notizen und Anmerkungen. Ironischer weise sind die guten PP in dem Fall hinderlich, weil nicht mehr viel drauf steht. In so einem Fall wäre es ein netter Service wenn auch noch eine „ausgearbeitete“ Version mit hochgeladen wird. Man weiß doch, was man gesagt hat oder hat diese Notizen wahrscheinlich sogar schon auf den PC. Es wäre ein wesentlicher Mehrwert.

Oh, Moment ich habe noch was. Bibliothekare und noch viel mehr die Aussteller sind solche Papier Spamer. Echt, an den Stehtischen musste man erst mal Papierberge aus dem Weg schaffen bevor man seine Tasse abstellen konnte. Möchte gar nicht wissen wie viel Papiermüll die Messe am Ende beseitigen musste.

20130313_150801 (816 x 612)

Und noch was Positives zum Schluss. Super Shirt 🙂

20130312_162646 (816 x 612)

Bibliothekstag Bayern in Bayreuth 2012

Das erste Mal einen bayerischen Bibliothekstag mitgemacht. Überlegt hatte ich immer mal wieder, aber das Programm fand ich nie sehr ansprechend. Dann wurde bei uns in der Bibliothek jedoch nochmal von der Direktion aus, dafür geworben. Gerüchte sagen, weil es zu wenige Anmeldungen gab.

Ein Kollege/Freund fragte dann ob wir nicht zusammen hinfahren wollen… nun gut, man lernt ja immer was dazu.

Der Bibliothekstag fand in der Stadtbibliothek Bayreuth statt. Ein wirklich schöner Veranstaltungsort, von der Bibliothek bin ich begeistert. Sie befindet sich in einem ehemaligen Kaufhaus. Dadurch hat die RW21 Rolltreppen und viel Platz. Selbstverbuchungsautomat, Rückgabeautomat, Kassenautomat und lustige bunte Spinde. Ein großes Lesekaffee mit Dachterrasse.  Einen Raum namens Blackbox in dem ich den größten Teil meiner Zeit verbrachte.

So schön wie die Stadtbibliothek ist, so bin ich doch vom Bibliothekstag selbst eher enttäuscht. Das Programm hat sich logischerweise nicht mehr verändert. Es gab einfach nicht viel Neues. Wie auch beim Bibliothekarstag  immer wieder ein Problem:die Referenten überziehen und man kann keine Fragen mehr stellen. Von Diskussionen möchte man ja gar nicht reden.

Problem für mich (und ein paar andere, allerdings nicht die Masse), es gab weder einen Twitterhashtag noch einen vernünftigen Zugang zum W-LAN (nur Stundentickets von der RW21, aber bei kurzer Inaktivität musste man sich immer wieder neu anmelden).

Mit vollem Elan nahmen wir sogar an der Eröffnungsveranstaltung teil. Was mich da wirklich störte, es wurden bei jeder Rede Staatsobersekretäre, Parteimitglieder etc. begrüßt, aber nie die Bibliothekare. Die Eröffnung war wohl scheinbar eher politische Lobbyarbeit. Enttäuschend, wo doch die Bibliothekare die breite Masse darstellten. Der integrierte erste Vortrag über „Mainstream im Bau“, ließ einem überwiegend ratlos zurück, weil der Referent ein wenig am Thema vorbei war bzw. ganz andere Vorstellungen zu dem Thema hatte als erwartet. Aber nun weiß ich das Riad bald eine pilzförmige Bibliothek ihr Eigen nennen kann.

Danach Essen, welches wirklich hervorragend war 🙂

Mein erster Tag fand in der Black Box statt (um es vorweg zu nehmen, der Zweite auch). Ich habe mir zwei Vorträge angehört. „Blick nach Europa“, wo die Möglichkeiten des bibliothekarischen Auslandsaufenthalt vorgestellt wurden. Sehr interessant. Außerdem auch Pflicht, weil eine Kollegin auch einen Beitrag geleistet hat.

Danach dann „mediaTUM“, die Cloud Lösung der TU München. Interessant, sogar den Technikteil habe ich zu 99% verstanden.

Am nächsten Tag gab es dann ein sehr kleines Programm. Ich war in „Ausbildung lohnt sich“, dort wurde über die FaMI Ausbildung in Bayern ging. Unsere UB fängt dieses Jahr auch damit an. Vor allem der Vortrag von Frau Groß aus der Stadtbibliothek München war sehr interessant. Leider musste sie stark einkürzen, weil der erste Referent stark überzogen hatte.

Danach folgte dann noch „Konsortien? – Nutzen für Bibliotheken“. Hier war vor allen der Vortrag von Stephanie Kroiß und Bernhard Vogt (beide UB Bayreuth) hervorzuheben. In ihrem Vortrag ging es um Budgetkürzungen und Ausstieg aus Konsortien und der Verhandlungen mit einem unbenannten großen Zeitschriftenverlag.

Und das war es dann für den Tag. die Vorträge gingen nur von 10-11.45 Uhr. Ich denke, hätte man am Montag etwas früher angefangen und die Veranstaltung am Anfang wesentlich gekürzt, hätte man den Biblithekstag tatsächlich auch „Tag“ nennen können.

Dienstag nahmen wir dann noch an der Bibliotour teil. Leider war sie mehr Stadtführung. Das Ziel war die UB Bayreuth. Da kamen wir aber eigentlich erst kurz vor Ablauf der Zeit an, so dass für die Bibliothek kaum Zeit blieb. Insofern ist der Name der Führung ein wenig falsch gewählt.

Allerdings bin ich vom Campus der Uni Bayreuth begeistert. So klassisch, ich hätte es hier auch gern. Es ist so ein bißchen die kleine heile, akademische Welt 🙂

Fazit: Nächstes Jahr bitte ein besseres Programm. Pausen zwischen den Vorträgen um den Wechsel zwischen den Vorträgen zu erleichtern. Bringt auch mehr Ruhe im Raum. Gerne wieder in so einer schönen Stadtbibliothek.