Rezension: Das Netz 2012

Vor einigen (besser mehreren) Tagen konnte man sich von iRights.info eine gratis Rezensionsexemplar vom „Buch“: Das Netz 2012 : Jahresrückblick Netzpolitik zuschicken lassen. Da musste ich zuschlagen!

Aus bibliothekarischer Sicht möchte ich eins bemängeln, es ist eigentlich kein Buch (und das mache ich nicht nur am Zeitschriftenformat fest), sondern eher eine zeitschriftenartige Reihe eventuell auch so etwas wie ein Jahrbuch (Ich geh davon aus, und hoffe es auch, dass es jedes Jahr erscheinen wird). So viel zur formalen Einordnung.

Auf knapp 142 Seiten lassen wir das Jahr 2012 aus netzpolitischer Sicht Revue passieren. Dabei werden Themen aufgegriffen wie : ACTA, Facebook, Urheberrecht und Datenschutz (um nur ein paar zu nennen). Die einzelnen Beiträge umfassen jeweils zwei bis drei Seiten. Es sind also keine  in die Tiefe gehenden Artikel sondern eher Zusammenfassungen. Daher als Gedächtnisstütze absolut empfehlenswert. Es gibt das „Buch“ als Druckexemplar oder als ebook.

Im Buch sind des weiteren immer wieder die hervorragenden Comic von Ahoi Polloi eingestreut. Außerdem gibt es für jeden Monat einen Zeitstrahl auf welchem man die wichtigsten Ereignisse des Monats nachlesen kann.

Meine drei Lieblingsartikel (oder auch Lesetipps) sind :

  • „Schluss mit lustig“ von Tanja und Johnny Haeusler: es handelt sich um einen Auszug aus ihrem Buch „Netzgemüse“
  • „Das Resultat ist, dass wir keine Zeit mehr haben!“ von Jürgen Keiper: Es geht um die Erhaltung des digitalen Erbes welches durch ein neues Gesetz langfristig behindert und gefährdet wird.
  • „Autoritäre Regime setzen auf Überwachungssoftware ‚Made in Europe'“

Abschließend gebe ich also eine Kauf- und Leseempfehlung und hoffe auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr!

1 Jahr Ebook Reader

Natürlich gibt es schon viel länger Ebook Reader, aber ich habe meinen erst seit einem Jahr. Mein ausschlaggebender Kaufgrund war damals, dass im Februar 2012 die Franken Onleihe online ging. Ich also endlich Ebooks ausleihen konnte. Denn ich wollte noch nie alle Bücher kaufen, die ich lesen wollte.

Entschieden welcher es wird, hatte ich schon längst. Anfangs hatte ich überlegt den OYO zu holen, war aber nicht überzeugt, ein Kindle stand nie zur Debatte, fand ich zu sehr auf Amazon beschränkt, also ist es der Sony Reader geworden. Mit dem bin ich sehr zufrieden, ich mag meinen kleinen Schwarzen.

Ich leihe nicht nur aus, natürlich kaufe ich auch ab und an mal Ebooks. Wie alle würde ich mich freuen, wenn sie etwas günstiger wären.

Ganz am Anfang, als es mit den Readern anfing, war ich auch sehr skeptisch, nie würde ich so etwas auch nur in die Hand nehmen, nur gedruckte Bücher (am besten im Hardcover) sind doch das einzig Wahre. Ich prophezeite einfach mal den Untergang oder gar nicht erst Aufstieg dieser Technologie. (Genau so ging es mir damals auch als die Digitalfotografie anfing und wer hat jetzt eine digitale SLR zu Hause?!)

Nun gut, offensichtlich habe ich meine Meinung geändert, finde es mittlerweile einfach praktisch. Man muss es sagen, der Vorteil ist unter anderem, dass es egal ist ob das Buch 300 oder 700 Seiten hat, es wiegt immer gleich viel. Gerade wenn man reist, ist das super. Gut, an den Strand würde ich den Reader nicht mitnehmen.

Ich lese beides, ebooks und Druckbücher. Ich mag die „normalen“ Bücher immer noch. Allerdings habe ich schon vor einiger Zeit aufgehört alle Bücher zu sammeln. Aus Platzgründen und weil sich mir der Sinn nicht mehr erschließt (ich hoffe ich bin nicht plötzlich in meinem Beruf falsch). Früher wollte ich ein eigenes Zimmer voll mit Büchern, heute nicht mehr. Ich will viel lesen, will aber nicht viele Bücher (obwohl ich sie liebe). Ich schmeiße keine Bücher weg, ich verschenke sie dann einfach. Manchmal Spende ich auch an die Stadtbibliothek,  aber nur aktuelle und gut erhaltene Bücher (was sollte die Stadtbib mit alten Kamellen?). Schade finde ich immer, dass ich meine ebooks noch nicht so wirklich weitergeben oder verkaufen kann… da herrscht Nachholbedarf liebe Industrie.

Es gibt Phasen da steht der Reader mal länger rum, meist wenn ich entweder zu lange in der Bibliothek war (also Stadtbibliothek wo ich „nur“ Nutzer bin und nicht UB, wo ich ja nun täglich bin) oder wenn Thalia mal wieder „Mängelexemplare“ veräußert. Dann häufen sich die Bücher. Ich habe dann auch einen starken Drang die schnellstmöglich zu lesen. Diese anklagenden ungelesenen Bücherstapel kann ich einfach nicht ertragen.

Viele meiner Kollegen und auch Buchaffine Freunde stehen den Readern auch weiterhin skeptisch gegenüber. Meist ist das Problem der Habtik und die Tatsache dass man nichts zum „ins Regal Stellen“ hat ein Grund. Viele denken sie können darauf nicht lesen, dabei ist eInk eine tolle Sache, so einen Billigreader mit LCD Display sollte man sich da natürlich eher nicht holen (dann kann man sich außerdem gleich ein Tablet kaufen).

Ich bin mittlerweile überzeugt und werde manchmal auch gefragt. Ich empfehle immer den Sony, er bleibt mein Favorit.

Mein erstes Bild von meinem Reader 🙂

reader