Bibliojobs – wie geht es weiter?

Nach der eher zweifelhaften Stellungnahme des BIB zum Thema bibliojobs ist die Plattform nun seit Montag nur noch für zahlende Mitglieder zugänglich. Allen Protesten und Denkanstößen zum Trotz sitzt der BIB am längeren Hebel. Eine sehr enttäuschende Erfahrung und ein Armutszeugnis für den Verband.

Natürlich war es in der Bibliotheksszene nicht nur ein leere Aufschrei, sondern es wurden sofort zwei Alternativen ins Leben gerufen. Wobei die Variante WordPress von Lambert nun zugunsten von OpenBibliojobs erst mal nicht weiter geführt wird.

Bei OpenBibliojobs kann jeder  Stellenanzeigen einpflegen, dazu bietet es mehr Filtermöglichkeiten als bibliojobs.

Nicht ganz unkritisch beurteilt der „Vater“ von Bibliojobs, Tobia Tietze,  die neue Idee: Stellungnahme zu bibliojobs

Wobei er aber auch nochmal klar sagt, dass es nie angedacht war, das es ein kommerzieller Dienst war. Er hatte damals auch mehrere Anfragen von Privat, dachte aber es wäre in den Händen von einem Verband besser aufgehoben. Enttäuschend, dass dem nun doch nicht so ist. Außerdem rechnet er auch seinen Arbeitsaufwand nochmal vor:

„Ich habe damals für den gleichen Umfang an Recherchen und für die Korrespondenz mit ausschreibenden Institutionen und Jobsuchenden ca. 5 – 6 Wochenarbeitsstunden benötigt. Diese „aufwendige Auswertungsarbeit“ sollte doch wohl von einem Berufsverband mühelos gestemmt werden können.“

Angesichts der Tatsache ist die Argumentation des BIB bezüglich Aufwand und Kosten mehr als fragwürdig…

Daher nochmals die Aufforderung an den Verband doch mal seine zahlenden (!) Mitglieder zu dem Thema zu befragen und weiterhin fordere ich, dass der Arbeitsaufwand des BIB offen gelegt wird! Denn scheinbar gibt es ja eine größere Diskrepanz zwischen den Angaben von Herrn Tietze und dem was der BIB macht. Und bitte, erzählt mir keiner dass der Aufwand mittlerweile höher ist, das würde ja bedeuten es gäbe mehr Jobs im Bibliothekswesen 😉

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Offener Brief an den BIB bezüglich bibliojobs

Liebe Entscheidungsträger vom BIB,

ich bin erst seit diesem Jahr Mitglied im BIB und denke nun schon wieder an Austritt. Der BIB der die Bibliojobs Liste übernommen hat, wird diese ab Juli nur noch zahlenden Mitgliedern zugänglich machen. Grund: Kosten für die Erstellung der Liste.  Ich denke es wäre nett gewesen hätte man vorher auch die Vereinsmitglieder nach ihrer Meinung dazu gefragt, aber wahrscheinlich war die Angst zu groß, dass der Ansturm der Entrüstung gleich losbricht. (So wurden alle vor vollendete Tatsachen gestellt und regen sich jetzt auf…)

Ich bin mir sicher, dass die Auswertung sehr zeitaufwendig ist. Aber hätte man nicht versuchen können die Last auf mehrere Schultern zu verteilen oder hätte nach Leuten gesucht die diese Arbeit freiwillig übernehmen?! Ehrenamt wird sonst immer groß geschrieben. Warum nicht an dieser Stelle?

Der Arbeitsmarkt ist für FAMIs und Bibliothekare nicht berauschend, die Quellenlage durchwachsen. Bibliojobs der bibliothekarischen Öffentlichkeit zu entziehen ist unverantwortlich. Nicht jeder Student/jede Studentin oder arbeitlose Bibliothekar/-in hat das Geld für den Mitgliedsbeitrag übrig, selbst wenn er vermindert ist.

Ein wenig hat man auch das Gefühl, dass man so mehr Mitglieder bekommen will. Es ist vielleicht nicht so, aber ich bin mit diesem Gedanke wohl auch nicht allein. Und momentan führt die Aktion ohnehin in die gegenteilige Richtung.

Was mich außerdem beschäftigt, wer sollte denn die Mitglieder davon abhalten sämtliche Stellenanzeigen frei zugänglich zu machen. Viele haben Twitter, Facebook oder einen Blog. Ich bin kein Urheberrechtsexperte, aber ich denke dass es auf Stellenanzeigen in dem Sinne kein Copyright gibt.

Ich denke es ist nicht im Sinne der Vereins, gegen den eigenen Berufsstand zu arbeiten. Gerade in unserer Branche sollte man doch eher zusammen halten und sich gegenseitig unterstützen, als sich noch Knüppel zwischen die Bein zu werfen.
Sie sollten daher dringend diese Entscheidung überdenken. Oder eine Abstimmung aller Mitglieder veranlassen.

So oder so, ist hier noch Handlungsbedarf nötig!