Bibliothekartag 2015 in Nürnberg #bibtag15

Ich hinke so dermaßen hinterher. Trotz allem hier noch mein verspäteter Bericht zum Bibliothekartag in Nürnberg. Auf Grund der örtlichen Nähe, nun auch quasi ein Pflichttermin.
Die ersten zwei Tag war ich allerdings als Helferin unterwegs, die meisten werden uns bemerkt haben, wir waren die Menschen in den leuchtend blauen T-Shirts mit dem „dezenten“ BookEye Logo auf dem Rücken.

Ich hatte Saaldienst, dass heißt Wasser und Gläser bereit stellen, schauen ob die Vorträge wirklich auf dem PC angekommen sind, eventuell noch Namensschilder ausdrucken lassen und ansonsten da sitzen. Am ersten Tag war ich in „meinem“ Raum auch noch damit beschäftigt den Fluchtweg frei zu halten. Niemand möchte sich hinsetzen oder durch rücken, alle wollen stehen.
Wir wurden allerdings vorher angewiesen darauf zu achten, das Fluchtwege frei sind, weil die Feuerwehr dies auch unangekündigt kontrolliert hat. Für unsere Sicherheit!

So saß ich Dienstag Mittag in „Aktuelle Fragen des Bibliotheksrechts“ und hörte mir Vorträge zum Bibliotheksrecht an. Dabei hatte ich dann auch das Glück Julia Reda reden zu hören. Danach dann „Social Media in der Praxis“. Obwohl ein Lieblingsthema von mir, nur teilweise interessant bis eher etwas langweilig.

Am nächsten Tag ging es dann ab nach „Brüssel 2“. Meine vorrangige Erinnerung an den Raum ist die Kälte, thematisch war es jetzt nicht so meins.

Mittwoch Vormittag war ich Anfangs etwas unentschlossen was ich hören wollte, saß erst in einem Vortrag an den ich mich nicht erinnern kann 😉 und kam dann schließlich (mitten im Vortrag) in Kiew an. Der Vortrag war hervorragend „Großgruppentage“ für Change Management. Tolle Idee, möchte ich auch bei uns mal machen! (Übrigens, weiß jemand ob ein besseres Wort für „Großgruppentage“ gefunden wurde? Der Herr Capallaro hatte ja Süßigkeiten versprochen ^^).
Danach dann gleich Markus Trapp, immer wieder gern und immer wieder gut. Und ich dann meist ein bissel neidisch 😉

Donnerstag wollte ich eigentlich in die Arbeitssitzung AG Gender und Diversity, die wurde dann aber leider in den Nachmittag verlegt. Nachmittag war ich aber beim weiteren Lieblingsthemas: Innovation. Ich war Vormittags dann in St. Petersburg bei den „Neuen Dienstleistungen für unsere *Wort kann ich hier nicht schreiben*“. Am besten fand ich „JournalTouch„. Hervorragende Idee und hat meines Wissens auch noch einen Preis bekommen. Völlig zurecht!

Nachmittags dann, wie schon erwähnt, war „Innovationen in Bibliotheken dran. Ich war positiv überrascht, das Thema ist ja schon ein bissel ausgelutscht und ich hatte fast erwartet Dinge zu hören, die ich schon im Schlaf aufsagen kann. Aber nö. Dies lag sicher auch darum, dass konkrete Projekte vorgestellt wurden und nicht allgemein über das Thema lamentiert wird.
Leider fiel nun gerade der Vortrag aus, der mich am meisten interessiert hätte: „Wie innovativ ist der Anwendungspartner eines Innovationsprojekts?“ von Silke Bellanger. (hinter dem Link verbirgt sich das eingereichte Abstract)

Und dann gibt es ja immer noch die Posterausstellung (Fun Fact: als ich vor Jahren dass erste mal das Wort las, hatte ich sofort diese Wandzeitungen die man in der Grundschule gemacht hat, vor Augen. ^^)
Ich finde die Poster ganz allgemein immer sehr gut gemacht. Und ich musste mir natürlich das Poster anschauen „Don’t like! Warum wir uns von Facebook verabschiedeten, bevor wir überhaupt angefangen haben“ von der Ärztlichen Zentralbibliothek Hamburg. Leider ist das Poster nicht auf dem OPUS Server, aber ich habe ein Foto gemacht.
20150527_111757

An sich gibt es an den Gründen nichts zu rütteln, die Entscheidung ist völlig legitim. Lustig finde ich allerdings den Satz, dass wenn man als Bibliothek auf Facebook ist man seine Nutzer dazu einlädt.. ich kenne diese Überlegungen/Bedenken von meiner eigenen Bibliothek. Ich finde es generell gesprochen auch süß, aber ehrlich (wir sollten da ALLE ehrlich sein), ich denke nicht, dass ein Mensch sich bei Facebook anmeldet nur weil seine Bibliothek dort vertreten ist. (Ich habe mich auf Facebook auch nicht angemeldet, weil da eine Band ist die ich mag, sondern weil meine Freunde da sind.)

Nun gut, dies nur als Notiz. Was mich aber wundert, die selbe Bibliothek war noch mit einem zweiten Poster vertreten „Wenn du kein iPad hast, hast du kein iPad“. Leider auch nicht auf dem OPUS Server, aber auch dies von mir selber fotografiert.

Was ich nicht verstehe und ich hoffe jemand kann es mir erklären, warum leiht man iPads aus, die von einer Firma kommen die auch jede Menge Daten sammelt, bei der auch nicht bekannt ist was sie mit diesen Daten tut etc. pp. aber geht nicht zu Facebook. Ich finde dass ist ein Widerspruch. Bitte erklärt es mir jemand!

20150527_111917

Und, eins muss ich noch anbringen. Ich kannte die Nürnberger Messe bisher nicht. Ich liebe die Beschriftung der Räume mit Ortsnamen, ich konnte ich vier Tage lang darüber amüsieren. Und die Messe ist einfach riesig.
20150528_115725
Aber, ein kleiner Punkt den ich bemängeln muss (und ich war da nicht allein) ist die Verpflegung. Auf der einen Seite das Problem, dass es teilweise zu wenig Ausgabestellen für die Masse der Leute waren, auf der anderen Seite die doch etwas unverschämten Preis fürs Essen. Ja, ich weiß, Messepreis bla bla.. aber echt! Ich zitiere hier gerne meinen eigenen Tweet.

Trotz allem mein Fazit: Schön war’s! Interessant war’s! Gut organisiert war’s! Viele nette Leute getroffen!

Bibliothekskongress Leipzig 2013: eine Nörgelei! #bid2013

Der Kongress ist seit einigen Tagen vorbei, das Gefühl von: „es hätte besser sein können“ bleibt. Aber immerhin Leipzig 🙂 Auch wenn das Wetter eindeutig nicht auf der Seite des Bibliothekswesen war!

20130312_083318 (816 x 612)

Ich befürchte dass wird ein ziemlicher Nörgel-Beitrag. Wer das nicht lesen mag, bitte nun die Seite verlassen und auf bessere Beiträge hoffen.

Es fing schon vor dem Kongress an. Die App wurde vorgestellt und viele stellten fest, dass ihr Smartphone mit Android das App gar nicht nutzen konnte, dass es dieses nur für iOS gab. Als Begründung wurde „bekannt gegeben“ (auf Nachfrage anderer Betroffener) dass man keine Zeit gehabt hätte. Ja.. dass ist doch mal eine… „Begründung“. Alternativ gab es das „Web App“ was auch nichts anderes ist, als eine mobile Website. Nun ja, es gab für alle dass gedruckte Programm, das war am Ende am besten nutzbar.

Ich mag die Kongresshalle in Leipzig (obwohl ich auch noch nicht so viele andere kenne…).

20130312_131513 (816 x 612)

20130312_134206 (816 x 612)

Der Aufbau an sich war bekannt, Ausstellerpräsentation auf allen Ebenen, dazwischen jede Menge Menschen. Keine Überraschungen auf der Seite.

Das Programm empfand ich von Anfang als nicht wirklich überwältigend. Natürlich ist das Programm auch nur so gut, wie die Beiträge die eingereicht werden. Hier trat für mich immer wieder ein Problem zu Tage. Meine Erwartungen und der eigentliche Vortrag passten oft nicht zusammen. Manchmal erschien es mir, dass es auch gereicht hätte einfach nur die Abstracts zu lesen.
In dem Zusammenhang ist noch ein anderes Problem aufgetreten (und wenn ich Twitter glaub, bin ich da nicht die einzige Person der es so ging). Wie man Power Points technisch erstellt wissen viele, wie man sie inhaltlich didaktisch aufbereitet, wissen offenbar nur die wenigsten. Ich verzichte auf Beispiel, möchte ja niemanden auf die Füße treten. Ein Problem war und ist aber dass teilweise komplette Vortragstexte auf den Folien waren. Und ganz ehrlich, Lesen kann ich selber. Ich brauche keine Vorlesestunde. Einige hatten es als Stichpunkte getarnt und dann einfach vollständige Sätze beim Reden „hervor gezaubert“. Macht die Sache aber auch nicht besser. Ich sehe hier großen Schulungsbedarf.
Positiv fand ich, dass bei den Vorträgen die ich gehört habe, ein Prezi dabei war 🙂 Ich liebe Prezi!
Natürlich waren nicht alle PP schlecht, aber 2/3 waren mittel bis schlecht. Schulungen oder intensives selber aneignen sind hier dringend notwendige liebe Kollegen und Kolleginnen.

Ein anderes riesen Manko war das Raumproblem und die oft falsche Belegung. Warum legt man RDA in einen riesen Saal und Ebooks in einen Kleinen? Ja, RDA kommt und ist wichtig. Aber seien wir realistisch, die meisten interessiert es erst, wenn sie damit arbeiten werden. Was davor passiert, darauf hat der Normalkatalogisierer eh keinen Einfluss. Auf der anderen Seite sind Ebooks und Discovery Services aktuelle Themen in den Bibliotheken, wo dementsprechend auch viele Leute Informationen suchen. Die Veranstalter sollten sich bei der Raum-/Themenkonstellation mehr an aktuellen Bedürfnissen orientieren. Leider kam es so sehr oft vor, dass mann/frau vor komplett überfüllten Räumen stand.

Den Ebook Vortrag hatte ich auch verpasst und bin dann in Prozessmanagement. Ich muss sagen, dass Thema ist sehr interessant und ich werde es auf jeden Fall bei uns auch ansprechen. So hatte die Überfüllung auch was positives.

Was ich auch ganz schön fand, war die Posterausstellung. Da gab es zwar auch einige schlechte, aber auch viele gute. Am besten hat mir das Social Media Poster der Helmut-Schmidt Universitätsbibliothek gefallen.

Programmtechnisch war der Dritte Tag eindeutig der Beste. Am Dienstag war irgendwie ein wenig ein verschwendeter Tag, leider. Immerhin habe ich viele meiner Kommilitonen wieder getroffen. Allein in dieser Hinsicht hat sich der Kongress gelohnt 🙂

Ach ja, was ich noch zum OPUS Server anmerken möchte. Ich finde es super, dass dort teilweise recht zügig die Vorträge hochgeladen werden und man so nochmal gut nachlesen kann. Aber, manchmal wäre es einfach wünschenswert wenn nicht nur die PP dasteht sondern auch ergänzende Notizen und Anmerkungen. Ironischer weise sind die guten PP in dem Fall hinderlich, weil nicht mehr viel drauf steht. In so einem Fall wäre es ein netter Service wenn auch noch eine „ausgearbeitete“ Version mit hochgeladen wird. Man weiß doch, was man gesagt hat oder hat diese Notizen wahrscheinlich sogar schon auf den PC. Es wäre ein wesentlicher Mehrwert.

Oh, Moment ich habe noch was. Bibliothekare und noch viel mehr die Aussteller sind solche Papier Spamer. Echt, an den Stehtischen musste man erst mal Papierberge aus dem Weg schaffen bevor man seine Tasse abstellen konnte. Möchte gar nicht wissen wie viel Papiermüll die Messe am Ende beseitigen musste.

20130313_150801 (816 x 612)

Und noch was Positives zum Schluss. Super Shirt 🙂

20130312_162646 (816 x 612)

Bild

Vorbereitung Bibliothekskongress Leipzig

schleife