Bibcamp #bib9 HdM Stuttgart 08/09. April

Mir ist aufgefallen, dass ich nie den Bibcamp Bericht zu Leipzig geschrieben habe… ärgerlich und ich befürchte ihn retrospektiv zu schreiben kriege ich nicht hin. Dann immerhin über Stuttgart.

Gleich zu Anfang bin ich ziemlich neidisch auf diesen richtig echten Campus von Universität und HdM. Wenn man an einer UB arbeitet die auf zwei Städte verteilt ist und am Hauptsitz auf das komplette Stadtgebiet, dann träumt man von so einem Campus 😀

Es war diesmal ein kleines Bibcamp mit wohl nicht ganz 80 Teilnehmenden. Ein Grund sicherlich auch, dass kurz vorher erst Bibliothekskongress in Leipzig war.
Bei der Vorstellungsrunde waren dann gefühlt die Hälfte der Teilnehmenden von der HdM, aktuell und ehemalig.

Organisiert war es, wie an den Hochschulen ja üblich, von den Studierenden (die hartnäckig nicht gegendert haben, auch nicht (nachträglich) in den Mitschriften).
Das Team hat seine Arbeit gut gemacht, Ausschilderung im Haus war sehr gut, für Essen und Trinken war gesorgt und auf Wunsch einer einzelnen Dame (*räusper*) sogar noch Sojamilch gekauft 😀

Die Sessionplanung ist ja immer ein bissel schleppend, aber alles in allem lief es gut und wir hatten zwei interessante Tage. Die Sessiondokumentationen gibt es gebündelt hier.
Es wurden ja im Vorfeld Themen gesammelt, einige der interessanten Themen konnten aber leider nicht umgesetzt wurden, weil die Leute dazu scheinbar nicht da waren. Bei anderen Themen hat sich aber Ersatz gefunden.

Ich habe auch ein Thema moderiert: Kommunikationsprobleme zwischen Kollegen_innen.
Wer sich nicht durch die Mitschrift kämpfen will, hier kurz eine Zusammenfassung von mir.
Erstens, man ist nicht allein mit dem Problem. Das beruhigt. Und zweitens, es ist weniger ein Kommunikationsproblem als Problem von verschiedenen Persönlichkeiten. Und daher ist es schwer bis gar nicht lösbar. Tatsächlich ist die gängige Lösung, dass der_die Kollege_in oder man selber in eine andere Abteilung wechselt.
Natürlich sollte vorher versucht werden miteinander zu reden, die Probleme sollten offen auf den Tisch kommen.
Was ich auch feststellen musste, dass es einfach einen großen Redebedarf gibt, viele reden mit Freunden aber scheinbar war auch die Session einfach mal eine Gelegenheit sich diese Probleme von der Seele zu reden.
Wir haben also als Lösungsansätze: Probleme ansprechen, Versetzung, mit Freunden reden.

Meine erste Session bei der ich war handelte davon wie man Menschen für die Bibliotheksschulungen begeistern kann. Ich fand die Session sehr informativ und ich werde im Blog meiner UB noch einen Beitrag speziell zum Thema Schulungen schreiben. Denn was in der Session klar wurde, so ziemlich alle Bibliotheken haben das ähnliche Problem, die allgemeinen Bibliothekseinführungen sind schlecht besucht, die spezielleren Themen (vor allem Literaturverwaltungssoftware) wesentlich besser. Daher sollte überlegt werden, ob man Schulungen nicht spezieller ausrichtet. Auch scheint es ein Problem zu sein, dass die Schulungen immer gleich zu Semester-/Studienanfang rausgehauen werden. Gerade die neuen Studierenden sind eh überlastet mit all den Informationen die sie bekommen und generell der neuen Situation Studium. Dass der Elan auch noch eine Bibliotheksschulung zu machen, da vielleicht nicht mehr groß ist, ist gar nicht so weltfremd 😉 Auch ist das Wording (ein schönes Wort) wichtig. „Richtig zitieren“ ist ansprechender als „Datenbankenrecherche“. Und sicherlich können sich die meisten unter zitieren auch mehr vorstellen, als unter Datenbank. (womit wir wieder bei meinem Lieblingsthema sind, dass wir Bibliothekare_innen so furchtbar schlimm reden).

Ein anderes interessantes Thema war auch „Umgang mit schwierigen Bibliothekaren_innen„. Da gib es quasi um uns, durchaus auch kritisch. Sehr gut. Es ging dabei um die Kollegen_innen die viel Nutzer_innenkontakt haben, insbesondere das Infopersonal.
Ich finde da viel wieder, was ich auch immer mal von meinen Kollegen_innen höre (nicht zwingend Info, eher so alle die Abenddienste an der Ausleihtheke machen dürfen). Für viele ist es ein Problem, dass mittlerweile viele technische Fragen kommen. Wobei Technik hier die Kopierer, Scanner oder das W-LAN sind. Kann ich so sofort unterschreiben. Wichtig ist einfach, dass die Kollegen_innen entsprechend geschult werden. Bzw. dass man weiß, wen man fragen kann bzw. an wen man die fragende Person verweisen kann. Auch als Infopersonal muss man nicht jede Frage beantworten können, aber man sollte zumindest wissen wen man alternativ fragen kann.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die wenigsten Benutzer_innen es schlimm finden, wenn man etwas nicht weiß. Am Ende ist ihnen wichtig, dass sie Hilfe bekommen und wenn ich dafür jemanden anrufen muss oder sie an die passende Stelle verweise ist das auch okay.

Und wo war ich noch? Natürlich beim ewigen Social Media Thema. Wirklich Neues gibt es nicht zu berichten, habe ich auch nicht erwartet 😉 Auffällig war, es waren echt viele Leute da, aber kaum jemand hat mitdiskutiert. Keine Ahnung was sich die einzelnen Menschen so erhofft haben. Ich denke Social Media ist mittlerweile auch etabliert innerhalb der Bibliothekswelt, wirklich was Neues sehe ich da momentan nicht. Aber, eigentlich ging es bei der Session auch um die Frage ob man quasi auf jeden neuen Social Media Zug aufspringen muss.
Die Antwort ist: Nein. Natürlich kann es jeder privat ausprobieren, aber für die Bibliothek darf man auch warten wie sich der Dienst so entwickelt und in Deutschland etabliert. Einig waren wir uns allerdings, dass niemand so recht den Nutzen von Snapchat für Bibliotheken sieht. Kennt jemand Bibliotheken (weltweit) die den Dienst nutzen? Würde mich ja interessieren, was die da machen.

So.. soviel zu den Sessions. Und nun muss ich noch ein wenig kritisieren und ein Thema aufgreifen welches vom Orgateam am Ende des Bibcamps angesprochen wurde.

Ich gebe zu, es ist ein bissel meckern auf hohem Niveau. Also es gab einen selbst bedruckten Beutel (super!) und recht viel Werbematerial (nicht super, ist wie auf Kongressen wo alle erst mal die Mülleimer verstopfen). Und hier gleich die Kurve zum angesprochenen Problem, scheinbar hatten das Orgateam Finanzierungsprobleme, weil man den Firmen die was Spenden sollen, nicht genügend Werbefläche einräumen darf.

Kurz zu Barcamps (was das Bibcamp ja ist). Barcamps sind ja quasi ein Gegenentwurf zu klassischen Konferenzen. Auf klassischen Konferenzen steht das Programm fest, es gibt Vorträge und dann wenig bis keine Zeit um auf Fragen/Probleme/Diskussionsbedarf einzugehen.
Traditionell war es beim Bibcamp immer so, dass es kostenfrei war. Und auch frei von Werbeständen der Sponsoren. Ich wüsste auch nich was ekz, BIB und Konsorten da hinstellen wollen. Ich denke die meisten gehen zum Bibcamp um tatsächlich mal aktiv Probleme besprechen zu können und nicht weil sie ein neues Regalsystem kaufen wollen.

Schon immer, wurden die Sponsoren auf der Homepage genannt und teilweise hatten sie die Möglichkeit Infomaterial auslegen zu lassen. Angesichts der eher kleineren Teilnehmerzahl der Bibcamps wäre jeder weitere Aufwand eigentlich ein finanziell übertriebener Aufwand der Sponsoren. Extra Personen für zwei Tage in eine Stadt schicken, Hotel bezahlen und Gehalt ist sicherlich teurer, als eine Finanzspritze und Werbematerial zu übergeben.

Nun kam also die Frage auf, ob man nicht doch einen, ich nenn es mal „Umkostenbeitrag“ erheben sollte. Ich bleibe bei meinem, schon in Stuttgart geäußerten, nein.
Übrigens nicht, weil ich nicht bereit wäre dafür Geld zu zahlen. So mal der vorgeschlagene Betrag bei 20€ war. Viele scheinen dass Geld fürs Bibcamp auch erstattet bekommen (also Fahrt- und Übernachtungskosten). Für Studierende sollte es weiterhin kostenfrei bleiben, dass müsste man dann aber auch auf Arbeitssuchende Kollegen_innen erweitern.
Ich finde halt, es hat 8 Jahre lang ohne Geld funktioniert. Soweit ich weiß (man berichtige mich, wenn es nicht stimmt), haben es bisher alle anderen geschafft die Camps mit Sponsoren zu finanzieren.
Ich kann es leider nicht so verargumentieren, warum ich „nein“ sage. Es ist so ein Gefühl und ein Angenervtsein von Sponsoren (dass ist jetzt kontraproduktiv ^^). Aber vielleicht sollten die Sponsoren auch mal realistisch bleiben, es ist eine kleine Veranstaltung, sie werden immer (!) genannt. Was erhoffen sie sich also von Ständen? Wenn ich Präsenzen vor Ort will, dann geh ich wieder nur zu Kongressen. Wenn die Sponsoren einen Mehrwert aus ihrem Sponsoring ziehen wollen, dann sollen sie Leute hin schicken die Sessions halten oder zumindest in welche rein setzen. Dass würde einigen sicher gut tun, damit sie mal wieder wissen welche Probleme es bei ihren Kunden oder Mitgliedern gibt.
Gegen Sponsorenpräsenz im Sinne von Flyern oder ein Poster ist nichts einzuwenden, finde ich gerechtfertigt.

Ein schwieriges Thema. Sicher sind Traditionen auch mal dazu da sie zu brechen, aber hier würde ich doch gern am kostenfreien Charakter festhalten.

So, für nächstes Jahr gibt es leider noch niemanden. Wer war denn noch nicht dran? Die Münchener Bibliotheksschule wenn ich nicht irre ^^ Und die Berliner? Aber warum nicht auch mal wie bei uns in Nürnberg, wo Bibliotheken die Arbeit übernommen haben?! Wir dürfen gespannt sein. Ich könnte mich für einen „Austragungsort“ am Meer erwärmen. Ob Ost- oder Nordsee wäre mir egal.
20160408_134625_resized

Advertisements

#Twitterlieblinge: #Bibliothek Teil 9

Medienkonsum 2015

Bücher:

  • Eric W. Steinhauer – Büchergrüfte
  • Alex MacNaughton – London Tattoos
  • Sarah Diehl – Die Uhr die nicht tickt
  • Rick Yancey – Der Monstrumologe und das Drachenei
  • Cory Doctorow – Little Brother
  • Russel BRand – The piedpiper of Hamelin
  • Skottie Young – Ozma von Oz
  • J.R.R. Tolkien – DIe Rückkehr des Königs
  • Jon Ronson – So you’ve been publicly shamed
  • Ysenda M. Graham – Schlaflose Nächte sind lang
  • Alisik Bd. 4
  • Laurie Penny – Unsagbare Dinge
  • Jazam Vol. X
  • Jeffrey Eugenides – Middlesex
  • Froissard & LeRoux – Humboldts letzte Reise
  • Walking Dead Kompendium 1
  • Jon Ronson – Them
  • Jacinta Nandi – nichts gegen blasen
  • Rainbow Rowell – Eleanor & Park
  • Ben Aaronovitch – Fingerhut Sommer
  • Patricia Cammarata – Sehr gerne, Mama, du Arschbombe
  • Walking Dead Kompendium 2
  • Stephan Ort – Couchsurfing im Iran
  • Monika Rutprecht – Wo stehen hier die E-Books?
  • Ben Brooks – Nachts werden wir erwachsen
  • Anke Fitz – Klingel geht nicht, rufen sie einfach Ding Dong
  • Dan Wells – Sarg niemals nie
  • Max Brooks – Zombie Survival Guide
  • Thomas Olivri – Geek Art
  • Steve Tribe – Sherlock Chronicles

Kino

  • Imitation Game
  • Avengers: Age of Ultron
  • Jurassic World
  • Minions
  • Alles steht Kopf
  • Tribute von Panem – Mocking Jay 2

Filme/Serien

  • Das erstaunliche Leben des Walter Mitty
  • Percy Jackson – Im Bann der Dämonen
  • Guardians of the Galaxy
  • Ich einfach unverbesserlich 2
  • Thor – The dark world
  • Midnight in Paris
  • Falsches Spiel mit Roger Rabbit
  • Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2
  • Hobbit – Smaugs Einöde (Extended)
  • Herr Der Ringe 1-3
  • Die Pinguine aus Madagaskar
  • Dracula untold
  • Captain America – Winter soldier
  • Frozen
  • Baymax
  • R.I.P.D.
  • Teen Wolf Staffel 3+4
  • Into the woods
  • Kingsman
  • Der Richter
  • Im August in Osage Country
  • Pitch Perfect 2
  • Pride
  • Hobbit – Schlacht der fünf Heere
  • Die Minions
  • Hobbit – Schlacht der fünf Heere (Extended)
  • Teenage Mutant Ninja Turtles
  • Walking Dead Staffel 1

#Twitterlieblinge: #Bibliothek Teil 8

Bibliothekartag 2015 in Nürnberg #bibtag15

Ich hinke so dermaßen hinterher. Trotz allem hier noch mein verspäteter Bericht zum Bibliothekartag in Nürnberg. Auf Grund der örtlichen Nähe, nun auch quasi ein Pflichttermin.
Die ersten zwei Tag war ich allerdings als Helferin unterwegs, die meisten werden uns bemerkt haben, wir waren die Menschen in den leuchtend blauen T-Shirts mit dem „dezenten“ BookEye Logo auf dem Rücken.

Ich hatte Saaldienst, dass heißt Wasser und Gläser bereit stellen, schauen ob die Vorträge wirklich auf dem PC angekommen sind, eventuell noch Namensschilder ausdrucken lassen und ansonsten da sitzen. Am ersten Tag war ich in „meinem“ Raum auch noch damit beschäftigt den Fluchtweg frei zu halten. Niemand möchte sich hinsetzen oder durch rücken, alle wollen stehen.
Wir wurden allerdings vorher angewiesen darauf zu achten, das Fluchtwege frei sind, weil die Feuerwehr dies auch unangekündigt kontrolliert hat. Für unsere Sicherheit!

So saß ich Dienstag Mittag in „Aktuelle Fragen des Bibliotheksrechts“ und hörte mir Vorträge zum Bibliotheksrecht an. Dabei hatte ich dann auch das Glück Julia Reda reden zu hören. Danach dann „Social Media in der Praxis“. Obwohl ein Lieblingsthema von mir, nur teilweise interessant bis eher etwas langweilig.

Am nächsten Tag ging es dann ab nach „Brüssel 2“. Meine vorrangige Erinnerung an den Raum ist die Kälte, thematisch war es jetzt nicht so meins.

Mittwoch Vormittag war ich Anfangs etwas unentschlossen was ich hören wollte, saß erst in einem Vortrag an den ich mich nicht erinnern kann 😉 und kam dann schließlich (mitten im Vortrag) in Kiew an. Der Vortrag war hervorragend „Großgruppentage“ für Change Management. Tolle Idee, möchte ich auch bei uns mal machen! (Übrigens, weiß jemand ob ein besseres Wort für „Großgruppentage“ gefunden wurde? Der Herr Capallaro hatte ja Süßigkeiten versprochen ^^).
Danach dann gleich Markus Trapp, immer wieder gern und immer wieder gut. Und ich dann meist ein bissel neidisch 😉

Donnerstag wollte ich eigentlich in die Arbeitssitzung AG Gender und Diversity, die wurde dann aber leider in den Nachmittag verlegt. Nachmittag war ich aber beim weiteren Lieblingsthemas: Innovation. Ich war Vormittags dann in St. Petersburg bei den „Neuen Dienstleistungen für unsere *Wort kann ich hier nicht schreiben*“. Am besten fand ich „JournalTouch„. Hervorragende Idee und hat meines Wissens auch noch einen Preis bekommen. Völlig zurecht!

Nachmittags dann, wie schon erwähnt, war „Innovationen in Bibliotheken dran. Ich war positiv überrascht, das Thema ist ja schon ein bissel ausgelutscht und ich hatte fast erwartet Dinge zu hören, die ich schon im Schlaf aufsagen kann. Aber nö. Dies lag sicher auch darum, dass konkrete Projekte vorgestellt wurden und nicht allgemein über das Thema lamentiert wird.
Leider fiel nun gerade der Vortrag aus, der mich am meisten interessiert hätte: „Wie innovativ ist der Anwendungspartner eines Innovationsprojekts?“ von Silke Bellanger. (hinter dem Link verbirgt sich das eingereichte Abstract)

Und dann gibt es ja immer noch die Posterausstellung (Fun Fact: als ich vor Jahren dass erste mal das Wort las, hatte ich sofort diese Wandzeitungen die man in der Grundschule gemacht hat, vor Augen. ^^)
Ich finde die Poster ganz allgemein immer sehr gut gemacht. Und ich musste mir natürlich das Poster anschauen „Don’t like! Warum wir uns von Facebook verabschiedeten, bevor wir überhaupt angefangen haben“ von der Ärztlichen Zentralbibliothek Hamburg. Leider ist das Poster nicht auf dem OPUS Server, aber ich habe ein Foto gemacht.
20150527_111757

An sich gibt es an den Gründen nichts zu rütteln, die Entscheidung ist völlig legitim. Lustig finde ich allerdings den Satz, dass wenn man als Bibliothek auf Facebook ist man seine Nutzer dazu einlädt.. ich kenne diese Überlegungen/Bedenken von meiner eigenen Bibliothek. Ich finde es generell gesprochen auch süß, aber ehrlich (wir sollten da ALLE ehrlich sein), ich denke nicht, dass ein Mensch sich bei Facebook anmeldet nur weil seine Bibliothek dort vertreten ist. (Ich habe mich auf Facebook auch nicht angemeldet, weil da eine Band ist die ich mag, sondern weil meine Freunde da sind.)

Nun gut, dies nur als Notiz. Was mich aber wundert, die selbe Bibliothek war noch mit einem zweiten Poster vertreten „Wenn du kein iPad hast, hast du kein iPad“. Leider auch nicht auf dem OPUS Server, aber auch dies von mir selber fotografiert.

Was ich nicht verstehe und ich hoffe jemand kann es mir erklären, warum leiht man iPads aus, die von einer Firma kommen die auch jede Menge Daten sammelt, bei der auch nicht bekannt ist was sie mit diesen Daten tut etc. pp. aber geht nicht zu Facebook. Ich finde dass ist ein Widerspruch. Bitte erklärt es mir jemand!

20150527_111917

Und, eins muss ich noch anbringen. Ich kannte die Nürnberger Messe bisher nicht. Ich liebe die Beschriftung der Räume mit Ortsnamen, ich konnte ich vier Tage lang darüber amüsieren. Und die Messe ist einfach riesig.
20150528_115725
Aber, ein kleiner Punkt den ich bemängeln muss (und ich war da nicht allein) ist die Verpflegung. Auf der einen Seite das Problem, dass es teilweise zu wenig Ausgabestellen für die Masse der Leute waren, auf der anderen Seite die doch etwas unverschämten Preis fürs Essen. Ja, ich weiß, Messepreis bla bla.. aber echt! Ich zitiere hier gerne meinen eigenen Tweet.

Trotz allem mein Fazit: Schön war’s! Interessant war’s! Gut organisiert war’s! Viele nette Leute getroffen!

Ist doch ironisch gemeint

(Ich nutze meinen freien Tag (neue Küche!) sinnvoll um mal zeitnah über was zu schreiben)
Gestern morgen ging es auf Twitter rum, ein Plakat vom Oetinger Verlag (diesen Tweet hatte ich dann als RT über meine Timeline verteilt).

Es handelt sich um eine Beilage zum Buch „Der Inhalt von Tanjas BH„. Auf der Verlagsseite wird es übrigens als „ultracoole[s] Mädchen- und Jungsposter“ beschrieben.

Der Beitrag ging schnell ins virale über. Auch viele Twitterer*innen aus dem feministischen Bereich griffen es auf. Und kurz danach kam auch schon der „Stern“ mit einem Artikel daher.

Oetinger hatte die Kritik wohl ebenfalls recht schnell mitbekommen und auf ihrer Facebook Seite (aber nicht auf der Verlagshomepage!) eine Stellungnahme dazu geschrieben.

oetinger

Ich gebe zu, da ich selbst nie ein 13jähriger Junge war, habe ich keine Vorstellung wie sie wirklich ticken.. das ändert aber nichts daran dass dieses Plakat völlig falsche Signale sendet.
Da hilft es nicht, wenn Oetinger schreibt sie haben es bewusst überspitzt dargestellt und dass jede*r erkennen kann, dass es sich hierbei um Ironie handelt. Sorry, aber nein. Wie sollen Kinder es als Ironie erkennen? Jugendliche vielleicht, aber Kinder die das Plakat sehen mit Sicherheit nicht. Denn eventuelle ist bekannt, dass Kinder Stilmittel wie Ironie nicht erkennen.
Oetinger schreibt selber, dass hier Vorurteile dargestellt werden die unter Jugendlichen weit verbreitet sind.. aha, das Problem haben sie erkannt. Und die Reaktion ist, ein Poster zu gestalten welches genau an diese Vorurteile anknüpft?! Na herzlichen Glückwunsch.. Nicht!

Selbst wenn diese Vorurteile im Buch aufgelöst werden, so sieht mensch auch dies dem Poster nicht an! Irgendjemand hat da etwas zu kurz gedacht. Mal davon abgesehen, dass ich die Inhaltsbeschreibung bei Oetinger auch eher zweifelhaft finde. Zitat: Doch gerade, als Tanja und er einander nahekommen, nehmen seine Eltern ihn mit in den Urlaub nach Dänemark. Bens bester Freund Felix bietet sich sofort an, auf Tanja aufzupassen. Sein Freund passt also auf das Mädchen auf.. bitte! Erstens können Mädchen auf sich selber aufpassen (würde ihnen nicht immer das Gegenteil eingeredet werden) und zweitens ist recht fragwürdig zu suggerieren dass es notwendig wäre. Aber der gute Ben hat scheinbar Glück im Unglück, denn er wird glücklicherweise schon von dem ganz und gar nicht unansehnlichen Mädchen in der Ferienhaussiedlung abgelenkt! Oder wie auf Amazon jemand schrieb: „Er kann ja schließlich nicht ahnen, dass ihm dort auch hübsche Kurven begegnen werden.“

Ach, ich weiß auch nicht. Wenn ich den Amazon Rezensionen glaube, finden es vor allem die Eltern super komisch. Und angeblich auch die Söhne dieser Eltern. Sicherlich spricht es Jugendliche an, aber zu welchem Preis? Mensch spielt am Ende doch wieder mit den Klischees, die jungen Mädchen zu schaffen machen. Am Ende zählt also Vermarktung und nicht Aufklärung. Das ist für mich das eigentliche Problem. Es ist natürlich neu, aber immer mal wieder besonders enttäuschend.

Und vor allem werden Seine Probleme besser weil er hübsche Mädchen trifft. Ja, bla bla.. Hauptsache hübsch. Kann er nicht feststellen dass andere Menschen auch kluge Töchter haben? Oder mal was ganz abgefahrenes, dass er nicht nur die klugen Töchter interessant findet, sondern auch die klugen Söhne? Aber dass wäre alles schon wieder zu schwierig, zu unbequem und lässt sich wahrscheinlich schlecht verkaufen. Obwohl doch das genauso ein „Problem“ von 13jährigen Jungs sein kann. Aber natürlich bleiben wir hier brav im heteronormativen Bereich. Niemand möchte die Kinder und Jugendlichen unnötig „belasten“ oder gar Alternativen aufzeigen oder zeigen dass es noch mehr in der Welt gibt als nur Mädchen und Jungs.

Vielleicht wird es doch mal ein Buch geben, welches auf amüsante Art und Weise Kindern und Jugendlichen zeigt, wie schlimm die Geschlechterklischees sind. Ohne vorher mit ihnen gezielt zu provozieren und sie dadurch wieder zu bestärken.

NACHTRAG zur FB Stellungnahme: Auffallend ist hier die Ansprache aller „der Leser“. Auch wenn dass Buch vor allem männliche Jugendliche ansprechen soll, so ist die kein Grund nur vom männlichen Leser zu reden. Allein wenn mensch nochmal in die bereits angesprochenen Amazaon Beurteilungen schaut, wird mensch merken dass auch viele Mütter zu Kreis der Lesenden gehören. Dies sollte auch dem Oetinger Verlag bewusst sein.

Viel frappierender ist allerdings noch diese Behauptung: „Hier geht es nicht um eine ernst gemeinte Darstellung von Geschlechtereigenschaften, sondern um unter Jugendlichen in der Pubertät weit verbreitete Vorurteile.“

Auch hier werden wieder die weiblichen Jugendlichen ausgeschlossen. Denn ich hoffe doch (und gehe auch davon aus), das Mädchen von ihrem Kopf nicht als „Hohlraum“ sprechen. Es geht darum wie männliche Jugendliche, nach Ansicht der Verlags, Mädchen sehen. Das sollte man so auch explizit schreiben.

Im übrigen wäre das Poster wohl auch weniger kontrovers, hätte es irgendeine Überschrift, die anzeigt, dass es hier um die Gedanken des Buchprotagonisten geht.