Teenominierung

Manchmal gibt es lustige Zufälle. Letzte Woche dachte ich so vor mich hin, dass es doch lustig wäre auch eine Beitrag bei der Teenominierung zu haben.. aber niemand hatte uns nominiert. Just, zwei Tage später, kam dann via Facebook die Nominierung durch Stadtbibliothek Georgsmarienhütte. Ich finds lustig.

Am Wochenende dann einer Kollegin davon berichtet, die sich sofort (!) bereit erklärt hat auch mitzumachen. Also noch schnell ein Kamarakind organisiert und unseren super schicken neuen Pausenraum annektiert.

Und dass ist dabei raus gekommen 🙂

Wir waren leider nicht mehr die erste UB die mitgemacht hat (das war die UB Mannheim), aber immerhin die erste UB mit Video!

Wer noch nichts von den Teenominierungen mitbekommen hat, kann sich bei bibliothekarisch.de darüber infomieren.

Sommerloch: Gedanken zu bibliothekarischen Klischees

Zugegeben, das Thema ist nicht neu, sondern wohl eher so alt wie unsere Beruf selbst. Aber da ich mich noch nicht öffentlich dazu geäußert habe, hier mein Sommerloch-Füller.

Eine Bemerkung von einem unserer EDV Menschen, lässt mich wieder ein mal über  Klischees gegenüber unseren Berufsstand sinnieren.

Die morgendliche Aussage entstand im Zusammenhang mit einem recht großem Mailpostfach, was den Kollegen zur Aussage veranlasste „Bibliothekare sind Messies“.  Ich würde den Begriff ausweiten und sagen „Datenmessie“.

Ich denke ein Ausstehender würde dieser Aussage recht schnell zustimmen. Bibliotheken als Hort der Bücher (die elektronischen Quellen werden gern vergessen). Eine schier unbegreifliche Masse was wir da sammeln. Doch hier müssen wir schon gegensteuern. Natürlich haben Bibliotheken jede Menge Daten in verschiedenen Formen, aber niemand kauf kopflos was ihn über den weg läuft (während Messies im allgemeinen alles sammeln). Die Erwerbung richtet sich nach Erwerbungsprofilen, DFG Fächern, Nutzerstrukturen oder ähnlichen.  Wir gehen dabei strukturiert vor und können auch aussondern.

Okay, das aussondern mag nicht jeder innerhalb einer Bibliothek gerne sehen, aber ich denke die meisten Bibliotheksmitarbeiter können damit leben, wenn Bücher ins Altpapier wandern. Denn was nützen Massen an Büchern, wenn die Massen die Bücher nicht nutzen.

In dem Zusammenhang, erinnere ich mich an ein Praktikum wo die leitende Bibliothekarin die gewagte Behauptung in den Raum warf: Bibliothekare sind ordentlich (uns sie bezog dies auf Ordnung in der eigenen Wohnung). Wurde von beisitzenden Kollegen und Kolleginnen recht schnell verneint. Ich gehörte auch dazu. Bei mir zu Hause herrscht gern Chaos. Mein Arbeitsplatz auf Arbeit hält sich aber ganz gut. Also stellen wir fest, ich mag auf Arbeit Ordnungssysteme nutzen, dies hat leider keine positiven Auswirkungen auf meine Ordentlichkeit zu Hause.

Natürlich musste ich dann auch mal auf Twitter und Facebook nachfragen. Ich hatte eine Masse von antworten erwartet, es war dann aber doch sehr übersichtlich (Sommerurlaubsloch?!).

Auf Twitter bekam ich einen reply von @struwwelchen, sie wurde wohl als Buchjunkie bezeichnet (nicht als Datenmessie). Wahrscheinlich ein Klischee welches jede(r) Bibliothekar/in oder FAMI kennt. Eine Freundin sagte mal zu mir: „Für eine Bibliothekarin hast du aber wenige Bücher“. Ich habe tatsächlich wenige Bücher, ich habe in letzter Zeit viel raus geschmissen, entweder verkauft, der Stadtbibliothek gegeben oder verschenkt. Ich habe nur eine kleine Wohnung und brauche Platz. Seien wir ehrlich, Bücher nehmen nun mal viel davon weg. Ich leihe oder kaufe mittlerweile viele Ebooks, ich überlege mir viel intensiver ob ich mir ein Buch kaufe. Trotz allem könnte ich nie ohne Bücher leben, eine Wohnung ohne Bücher kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin also eher ein „Lesejunkie“.

Egal welche Abhängigkeit, ich kenne einige aus unserer Zunft die diese Leidenschaft nicht teilen. Aber vielleicht trifft hier dann auch das Sprichwort „Ausnahmen bestätigen die Regel“ zu?!

„Psst!“ bringt man auch gerne mit Bibliothekaren in Verbindungen. Ich benutze es eigentlich fast nie und wenn wird es in ironischer Weise auf meine Freunde angewendet. Im Studium habe ich mal im Lesesaal der Wirtschaftswissenschaften in Leipzig gearbeitet, aber nicht mal da musste ich zu dieser Maßregelung greifen. Die Kontrolle innerhalb der Studenten funktioniert generell recht gut. Ich warte immer auf den Tag, an dem das Psst! auf mich angewendet wird, denn einmal im Jahr (Sommer) gehe ich mit Flip Flops in den Lesesaal und werde dann immer böse angeschaut.. ich vergesse dass einfach immer. Für nächstes Jahr gelobe ich Besserung.

Wenn wir schon bei der Optik sind, in den Medien gibt es zwei große Klischees wenn es um das Äußere von (insbesondere) Bibliothekarinnen geht. Entweder sie sind graue Mäuse mit Dutt und Brillenbändchen oder Mega-Sexbomben denen die Brust gleich aus der Bluse fällt. Mittlerweile kann ich sagen, nichts von beidem stimmt. (Wobei, Brillenbänchen gibt es schon)

Im Kollegenkreis gibt es, wie im „richtigen Leben“, alles von zu leger bis Business. Ich gebe zu, manchmal würde ich dem/der ein oder anderen Kollegen/Kollegin in Bibliotheken einen Stilberater empfehlen. Aber wer bin ich, über die persönliche Wohlfühlkleidung zu entscheiden?

@HannaSophie1 wurde wohl öfter gefragt, ob man „das“ tatsächlich studieren kann. Wobei „das“ natürlich Bibliothekswesen (oder wie auch immer es an den jeweiligen Studienorten genannt wird) gemeint ist. Ich gebe zu, es gibt auch jede Menge Studienfächer wo ich mir diese Frage stelle. Und wo ich mich immer frage wo man hinterher arbeiten geht. Dass ist „uns“ dann nicht so schwer zu erraten.
Auf diese Frage würde ich ohnehin nur Antworten: Ja, kann man (frau auch ^^).

Ich stelle fest, wir entsprechen überwiegend gar nicht mehr unseren Klischees.

Wir sollten versuchen neue zu etablieren, bin für Vorschläge offen.

 

 

[Anklicken] Wie sehen Bibliothekare aus

Dank Twitter und der Tweeted Times unserer AG Innovation bin ich heute morgen über ein hübsches neues Tumblr-Blog gestolpert.

This is what a librarian looks like

Ich nehme die Überraschung gleich vornweg: Bibliothekare sehen ganz normal aus!

Man könnte die Seite auch „Querschnitt durch die Gesellschaft“ nennen. Tätowiert, dick, dünn, groß, klein, verkleidet, beim Hobby, im Urlaub. So zeigen sich die Bibliothekare auf den Bildern.

Kaum jemand der dort gezeigten tappt in die Klischeefalle. Dutt und Bändchen an der Brille habe ich keine gesehen. Obwohl es mittlerweile wahrscheinlich schon wieder „cool“ wäre, würde man als Bibliothekarin (Dutt ist wohl nichts für die meisten Männer) so rumlaufen. Leider steht mir so ein Bleibstiftrock gar nicht, sonst wäre ich so angezogen schon längst an der Info aufgetaucht.

Ich hätte das gern auch für Deutschland. Auf der anderen Seite mag ich jetzt auch nicht mit gutem Beispiel voran gehen, da ich Fotos von mir nicht mag.

Ich denke einen Anfang könnte man beim diesjährigen bibcamp machen, mit Fortführung bei Bibliothekartag. Dann hätte man schon mal einen Grundstock an Bildern.

Ob das hilft das Bild der Bibliothekare in der Öffentlichkeit zu verbessern? Ich frage mich immer wie viele Menschen tatsächlich noch das Bild der strengen, Dutt-tragenden und bebrillten Bibliothekarin im Kopf haben?