Bitte mehr beschreibende Worte wagen

Ich bin etwas spät, wenn es um die mangelnde verbale Sacherschließung in deutschen Bibliotheken geht, aber ich möchte doch noch ein bis zwei Gedanken zum Thema loswerden.

Auslöser ist mein aktuelles Praktikum in der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums. In der dortigen Bibliothek werden noch alle (!) Publikationen die ins Haus kommen per Autopsie mit Schlagworten versehen. Natürlich wird auch hier mit Fremddaten gearbeitet, aber trotz allem schauen die zwei Fachreferenten_innen nochmal drüber und ergänzen wenn nötig.
Und ich bin davon einfach begeistert. Auch wenn sie, wie sie selber sagen, aus Zeitgründen nicht mit der Tiefe erschließen können, die sie sich selber wünschen, so machen sie sich trotz allem die Mühe jedes Buch nochmal in die Hand zu nehmen.

Ein Prozess der bei vielen anderen Bibliotheken mittlerweile kaum noch statt findet, vor allem in Bezug auf Publikationen aus Deutschland. Überwiegend wird sich auf die Anreicherung der Daten durch die DNB verlassen.
Das hat zwar den Vorteil, dass die Bücher den Nutzenden schneller zur Verfügung stehen, aber dann hört es auch schon wieder auf.

Mit den aktuellen Entwicklungen bei der Verschlagwortung der DNB, wird die Qualität der verbalen Sacherschließung wohl eher schlechter als besser. Die aktuellen Ergebnisse, sind zwar teilweise gut, aber auch teilweise so schlecht, dass man ein Werk über die Schlagwortsuche wohl nie wieder finden wird.

Mir ist völlig klar, dass die Sacherschließung so betrieben wird, weil Zeit und Ressourcen fehlen. Aber trotzdem sollten wir uns fragen, ob das richtig ist. Ein Qualitätsmerkmal von Bibliotheken sollte doch das leichte Auffinden der Literatur sein die man für sein Thema benötigt. Also schneiden wir uns ins eigene Fleisch, wenn wir diese Aufgabe so lieblos behandeln. In Zeiten wo Bibliotheken ihre Existenz immer wieder verteidigen müssen, sollten wir die Datenqualität nicht verschlechtern.

In den Schulungen der UB Erlangen-Nürnberg wird aktuell immer noch Wert auf die Schlagwortsuche gelegt. Aber es stellt sich Frage wie sinnvoll dass noch ist. Nicht nur in Hinblick auf das Suchverhalten der Nutzenden (Ein-Suchschlitz-reicht-mir), auch auf die Ergebnisse die man mit dieser Suche erzielt. Wenn immer mehr Bücher, immer weniger oder schlechte Schlagworte haben, ist die Suche quasi obsolet.

Ich plädiere also wieder für mehr verbale Sacherschließung.

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RDA – Richtig doofe Aufnahmen

Die einen oder anderen werden schon mitbekommen, dass ich momentan, intervallweise auf Twitter gegen RDA rumpolter. (Um genau zu sein, ist dass jedes Mal wenn es noch keine Aufnahme für das mir vorliegende Buch gibt.) Wobei es gar nicht mehr um RDA an sich geht (nun ist es da, finden wir uns damit ab), sondern eher um die RDA Schulungen hier in Bayern.

Fangen wir von vorne an. Als klar wurde, dass RAK geht und RDA kommt, war ich so mittel begeistert. Also eigentlich gar nicht. Ich bin prinzipiell niemand der Veränderungen ablehnt, aber ein neues Regelwerk lernen. Dooooof. Und ich fand es auch massiv aufwendig, alle (!) müssen geschult werden. Für dann zwar ein einheitliches System, dass dann aber doch wieder Ausnahmen zulässt. Soviel zum einheitlichen Standard. Und für die Nutzer_innen der Bibliotheken hat es doch eh keinen Vorteil. Die meisten suchen nach Autor und Titel, ob der_die Autor_in nun mit allen Doktortiteln dasteht oder nicht interessiert da wenig.

Als es dann hieß, in Bayern haben wir nur 3 Tage lang Schulungen, war ich erst mal innerlich so: Yay! Dann war es nur noch ein kleines yay, weil es 3 Tage mit je 8 Stunden Schulung sein sollten. Da war ich innerlich eigentlich schon raus aus der Schulung. Ich gebe zu, mich 8 Stunden am Stück auf eine Sache zu konzentrieren, kann ich nicht. Es ist mir unmöglich und dann auch noch bei einem recht trockenen Thema wie Katalogisierung. (8 Stunden zum Umgang mit diversen Nutzer_innen an der Infotheke kriege ich hin.)

Also 24 Stunden Schulung, ohne dabei auch nur einmal den PC zu nutzen, schon supi. Ich mache meine Katalogisate immer erst mal handschriftlich um sie dann mit der Schreibmaschine auf die Karteikarten zu tippen… ach nein, das waren dann doch eher die Generationen vor mir. Diese Entscheidung fand ich schon schlecht. Man hat versucht die Schulung mit Übungen und Spielchen aufzulockern. Aber die Bewertung „er_sie hat sich bemüht“ war in der Schule schon nicht so prall. Wird bei Schulungen auch nicht besser. Ich konnte in den Schulungen nur mit Kaffee und Ablenkung durch mein Handy und die Kollegen_innen überleben. Hinterher hatte ich dann viel Papier in der Hand und wenig Wissen im Kopf. Außer dass ich jetzt alles abschreiben kann, was auf der Haupttitelseite steht (die jetzt glaube ich auch nicht mehr so genannt wird) ist nicht so viel hängen geblieben.

Als ich beim Bibcamp war, erzählte mir eine Kollegin (sie hat RDA Schulungen gehalten) dass bei ihr (und natürlich habe ich vergessen wo genau, vielleicht kann Eva dass hier nochmal kommentieren?) die Leute 2 Wochen lang Schulung hatten und auch nur halbtags.
Mal ehrlich, RAK habe ich Studium mind. 4 Semester lang gehabt. Und es wird jetzt von mir erwartet, dass ich ein neues System am 3 Tagen lerne… ohne wirkliche Übungen. Ich glaube wir haben 4 Übungsaufgaben gehabt. Na danach fühle ich mal sicher in RDA… nicht. So mal ich sie auch nicht richtig hatte 😦

Ich möchte dass auch noch! Freiwillig! Ich passe auch auf! 4 Stunden krieg ich hin. In zwei Wochen kann man auch viel mehr lernen, üben und wiederholen. Wer in Bayern hatte eigentlich die dämliche Idee, diese massiv gestraffte und pädagogisch wertlose Variante zu wählen? Ehrlich, es ist doch ein Witz. Wir als Bibliotheken labern von Medienkompetenz und Informationsvermittlung, kriegen dass aber bei uns selber nicht hin. Wäre es nicht so traurig, müsste ich lachen.

Und ich jetzt? Ich hoffe bei jedem neuen Buch dass es eine Stufe 5 Aufnahme in RDA ist. Ist es Stufe 5 nach RAK, dann bleibt RAK. Bei Neuaufnahmen verzweifel ich dann immer, ein wenig ist es wie die 5 Phasen der Trauer:
1. Leugnen: Vielleicht habe ich nicht richtig gesucht, ich warte ein paar Tage und hoffe dass ich nicht die Person bin, die die Aufnahme machen muss
2. Zorn: RDA hassen, schlechte Schulung hassen – das abwechselnd

3. Verhandeln: naaa.. ich kann es meinen Kollegen_innen auch nicht antun 😉
4. Depression: da starte ich einen ersten Versuch des Katalogisierens und gebe dann auf, weil ich es nicht ohne Unterlagen hinbekomme.

5. Akzeptanz: Nach einer Woche Buch liegen lassen und niemand hat eine Aufnahme gemacht, muss ich dann wohl ran. Ich brauche dafür gefühlt eine Stunde… effektiv ist anders.

Der Witz ist, ich kann einem neuen Buch in 5 Minuten eine RVK verpassen, brauche aber das 10fache an Zeit um das Buch in den Katalog zu bringen. Andere sind da vielleicht begabter oder haben mehr Übung. Mein Problem ist sicher auch, dass ich vielleicht alle 2 Wochen mal eine Neuaufnahme machen kann. Aber meine Juristen kaufen halt vor allem deutschsprachige Bücher in der x. Auflage.

Ich fordere daher Nachschulungen für alle die wollen!

Sequel: Lauf Zettel lauf!

Im Mai schrieb ich einen Beitrag zu meinem Problem mit den Laufzetteln. Nun haben wir November, und das Problem ist tatsächlich gelöst. Seit gestern gibt es in der Hauptbibliothek Erlangen keine Laufzettel mehr!

Kurz nach dem ich den Beitrag im Blog veröffentlicht habe, hatte ich ihn auch in unserem Mitarbeiterblog veröffentlicht. Ich muss dazu sagen, ich habe mit der Idee das Rad nicht neu erfunden, es gab auch vorher schon mal Andenken und Vorstöße in diese Richtung. Aus mir unbekannten Gründen, ist aber nie etwas daraus geworden. Wie dem auch sei, wir hängen nicht in der Vergangenheit sondern wollen in die Zukunft schauen.
Wie ist nun die Umsetzung? Das“einfache“ zuerst, man stellt bei allen betroffenen Mitarbeitern ab dass ein Laufzettel gedruckt wird. Dass musste unser Kollegin dann wirklich für jeden individuell machen. Dazu muss man natürlich am Geschäftsgang schrauben.
Bei uns wird es nun noch etwas bunter. Nachdem wir schon Signaturschilder in vier verschiedenen Farben haben, kommt dies nun auch bei unseren Fähnchen. Bisher hatten wir Blaue für Sonderstandorte und Grüne wenn der Buchbinder etwas machen muss (Errata, CDs etc.). Nun gibt es noch rote Fähnchen für eilige Bücher (Vormerkungen) und gelb bzw, rosa (es gab da eine Farbenkrise ^^) für Bücher mit deutschen Schlagworten.

Letzteres ist etwas kompliziert und in einer Testphase. Könnte also auch wieder abgeschafft werden. Die Bearbeiter deutschsprachiger Bücher würde es eventuell freuen. Ich, die im englischsprachigen Raum erwirbt, habe da kaum was einzulegen.

Damit es für die Fachreferenten schneller geht haben alle einen Handscanner bekommen und können so ISBN einscannen. Dafür werden nun auch die Umschläge der Hardcover Bücher in diesen verbleiben.

Ich finde das gut, wahrscheinlich retten wir so mehrere Bäume im Jahr und sparen auch Toner. Gut für die Umwelt und für uns in der Erwerbung weniger Faltarbeit. Nun muss ich mich nur noch dran gewöhnen nicht mehr zu hören ob der Drucker auch wirklich den Laufzettel druckt.

 

Sommerloch: Gedanken zu bibliothekarischen Klischees

Zugegeben, das Thema ist nicht neu, sondern wohl eher so alt wie unsere Beruf selbst. Aber da ich mich noch nicht öffentlich dazu geäußert habe, hier mein Sommerloch-Füller.

Eine Bemerkung von einem unserer EDV Menschen, lässt mich wieder ein mal über  Klischees gegenüber unseren Berufsstand sinnieren.

Die morgendliche Aussage entstand im Zusammenhang mit einem recht großem Mailpostfach, was den Kollegen zur Aussage veranlasste „Bibliothekare sind Messies“.  Ich würde den Begriff ausweiten und sagen „Datenmessie“.

Ich denke ein Ausstehender würde dieser Aussage recht schnell zustimmen. Bibliotheken als Hort der Bücher (die elektronischen Quellen werden gern vergessen). Eine schier unbegreifliche Masse was wir da sammeln. Doch hier müssen wir schon gegensteuern. Natürlich haben Bibliotheken jede Menge Daten in verschiedenen Formen, aber niemand kauf kopflos was ihn über den weg läuft (während Messies im allgemeinen alles sammeln). Die Erwerbung richtet sich nach Erwerbungsprofilen, DFG Fächern, Nutzerstrukturen oder ähnlichen.  Wir gehen dabei strukturiert vor und können auch aussondern.

Okay, das aussondern mag nicht jeder innerhalb einer Bibliothek gerne sehen, aber ich denke die meisten Bibliotheksmitarbeiter können damit leben, wenn Bücher ins Altpapier wandern. Denn was nützen Massen an Büchern, wenn die Massen die Bücher nicht nutzen.

In dem Zusammenhang, erinnere ich mich an ein Praktikum wo die leitende Bibliothekarin die gewagte Behauptung in den Raum warf: Bibliothekare sind ordentlich (uns sie bezog dies auf Ordnung in der eigenen Wohnung). Wurde von beisitzenden Kollegen und Kolleginnen recht schnell verneint. Ich gehörte auch dazu. Bei mir zu Hause herrscht gern Chaos. Mein Arbeitsplatz auf Arbeit hält sich aber ganz gut. Also stellen wir fest, ich mag auf Arbeit Ordnungssysteme nutzen, dies hat leider keine positiven Auswirkungen auf meine Ordentlichkeit zu Hause.

Natürlich musste ich dann auch mal auf Twitter und Facebook nachfragen. Ich hatte eine Masse von antworten erwartet, es war dann aber doch sehr übersichtlich (Sommerurlaubsloch?!).

Auf Twitter bekam ich einen reply von @struwwelchen, sie wurde wohl als Buchjunkie bezeichnet (nicht als Datenmessie). Wahrscheinlich ein Klischee welches jede(r) Bibliothekar/in oder FAMI kennt. Eine Freundin sagte mal zu mir: „Für eine Bibliothekarin hast du aber wenige Bücher“. Ich habe tatsächlich wenige Bücher, ich habe in letzter Zeit viel raus geschmissen, entweder verkauft, der Stadtbibliothek gegeben oder verschenkt. Ich habe nur eine kleine Wohnung und brauche Platz. Seien wir ehrlich, Bücher nehmen nun mal viel davon weg. Ich leihe oder kaufe mittlerweile viele Ebooks, ich überlege mir viel intensiver ob ich mir ein Buch kaufe. Trotz allem könnte ich nie ohne Bücher leben, eine Wohnung ohne Bücher kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin also eher ein „Lesejunkie“.

Egal welche Abhängigkeit, ich kenne einige aus unserer Zunft die diese Leidenschaft nicht teilen. Aber vielleicht trifft hier dann auch das Sprichwort „Ausnahmen bestätigen die Regel“ zu?!

„Psst!“ bringt man auch gerne mit Bibliothekaren in Verbindungen. Ich benutze es eigentlich fast nie und wenn wird es in ironischer Weise auf meine Freunde angewendet. Im Studium habe ich mal im Lesesaal der Wirtschaftswissenschaften in Leipzig gearbeitet, aber nicht mal da musste ich zu dieser Maßregelung greifen. Die Kontrolle innerhalb der Studenten funktioniert generell recht gut. Ich warte immer auf den Tag, an dem das Psst! auf mich angewendet wird, denn einmal im Jahr (Sommer) gehe ich mit Flip Flops in den Lesesaal und werde dann immer böse angeschaut.. ich vergesse dass einfach immer. Für nächstes Jahr gelobe ich Besserung.

Wenn wir schon bei der Optik sind, in den Medien gibt es zwei große Klischees wenn es um das Äußere von (insbesondere) Bibliothekarinnen geht. Entweder sie sind graue Mäuse mit Dutt und Brillenbändchen oder Mega-Sexbomben denen die Brust gleich aus der Bluse fällt. Mittlerweile kann ich sagen, nichts von beidem stimmt. (Wobei, Brillenbänchen gibt es schon)

Im Kollegenkreis gibt es, wie im „richtigen Leben“, alles von zu leger bis Business. Ich gebe zu, manchmal würde ich dem/der ein oder anderen Kollegen/Kollegin in Bibliotheken einen Stilberater empfehlen. Aber wer bin ich, über die persönliche Wohlfühlkleidung zu entscheiden?

@HannaSophie1 wurde wohl öfter gefragt, ob man „das“ tatsächlich studieren kann. Wobei „das“ natürlich Bibliothekswesen (oder wie auch immer es an den jeweiligen Studienorten genannt wird) gemeint ist. Ich gebe zu, es gibt auch jede Menge Studienfächer wo ich mir diese Frage stelle. Und wo ich mich immer frage wo man hinterher arbeiten geht. Dass ist „uns“ dann nicht so schwer zu erraten.
Auf diese Frage würde ich ohnehin nur Antworten: Ja, kann man (frau auch ^^).

Ich stelle fest, wir entsprechen überwiegend gar nicht mehr unseren Klischees.

Wir sollten versuchen neue zu etablieren, bin für Vorschläge offen.

 

 

Offener Brief an den BIB bezüglich bibliojobs

Liebe Entscheidungsträger vom BIB,

ich bin erst seit diesem Jahr Mitglied im BIB und denke nun schon wieder an Austritt. Der BIB der die Bibliojobs Liste übernommen hat, wird diese ab Juli nur noch zahlenden Mitgliedern zugänglich machen. Grund: Kosten für die Erstellung der Liste.  Ich denke es wäre nett gewesen hätte man vorher auch die Vereinsmitglieder nach ihrer Meinung dazu gefragt, aber wahrscheinlich war die Angst zu groß, dass der Ansturm der Entrüstung gleich losbricht. (So wurden alle vor vollendete Tatsachen gestellt und regen sich jetzt auf…)

Ich bin mir sicher, dass die Auswertung sehr zeitaufwendig ist. Aber hätte man nicht versuchen können die Last auf mehrere Schultern zu verteilen oder hätte nach Leuten gesucht die diese Arbeit freiwillig übernehmen?! Ehrenamt wird sonst immer groß geschrieben. Warum nicht an dieser Stelle?

Der Arbeitsmarkt ist für FAMIs und Bibliothekare nicht berauschend, die Quellenlage durchwachsen. Bibliojobs der bibliothekarischen Öffentlichkeit zu entziehen ist unverantwortlich. Nicht jeder Student/jede Studentin oder arbeitlose Bibliothekar/-in hat das Geld für den Mitgliedsbeitrag übrig, selbst wenn er vermindert ist.

Ein wenig hat man auch das Gefühl, dass man so mehr Mitglieder bekommen will. Es ist vielleicht nicht so, aber ich bin mit diesem Gedanke wohl auch nicht allein. Und momentan führt die Aktion ohnehin in die gegenteilige Richtung.

Was mich außerdem beschäftigt, wer sollte denn die Mitglieder davon abhalten sämtliche Stellenanzeigen frei zugänglich zu machen. Viele haben Twitter, Facebook oder einen Blog. Ich bin kein Urheberrechtsexperte, aber ich denke dass es auf Stellenanzeigen in dem Sinne kein Copyright gibt.

Ich denke es ist nicht im Sinne der Vereins, gegen den eigenen Berufsstand zu arbeiten. Gerade in unserer Branche sollte man doch eher zusammen halten und sich gegenseitig unterstützen, als sich noch Knüppel zwischen die Bein zu werfen.
Sie sollten daher dringend diese Entscheidung überdenken. Oder eine Abstimmung aller Mitglieder veranlassen.

So oder so, ist hier noch Handlungsbedarf nötig!

Lauf Zettel lauf!

Irgendwann Ende März, mal wieder frustriert von der massiven Papierverschwendung, fragte ich bei Twitter nach, welche Bibliothek ihre Laufzettel abgeschafft hat. Der Tweet wurde dank Retweets weit verbreitet, aber eigentlich bekam ich nur eine Antwort von@StephanStober

In der Stadtbücherei Hamm wurde der Laufzettel vor ca. zehn Jahren abgeschafft.

Ich will den Laufzettel abschaffen, ich gebe das offen zu und mindestens eine Kollegin ist der gleichen Meinung.

Vor ab zur Info: Wir arbeiten hier im integrierten Geschäftsgang.

Der Laufzettel hat kaum eine Daseinsberechtigung.

Wir in der Erwerbung brauchen ihn, weil oben das Fach steht für das er erworben wurde. Es ist also eine Ordnungshilfe, welcher Fachreferent welches Buch bekommt. Allerdings gibt es da als Alternative beschriftete Buchwägen. Jeder Referent bekommt sein Plätzchen und dann sortiert man die Bücher gleich zur Person. Hier braucht man den Laufzettel also nicht.

Ansonsten ist der Laufzettel nur für die Fachreferenten „wichtig“. Um zu Verschlagworten, tippen sie vom Laufzettel die BV-Nummer ab (die Kennung im Katalog) um so gezielt das Buch aufzurufen.

Dafür hätten meine Kollegin und ich aber schon eine Lösung. Alle Fachreferenten bekommen einen Scanner und scannen damit einfach die ISBN ein. Bücher deren ISBN Code nur auf den Buchumschlägen steht (die werfen wir normalerweise weg) dürfen diesen noch ein wenig behalten. Steht die ISBN nicht einscannbar auf den Buch, muss sie abgetippt werden, aber das müssen sie auch jetzt schon mit der BV-Nummer machen. Laufzettel unnötig und durch das einscannen der ISBN gibt es sogar eine kleine Zeitersparniss.

Ein anderer Grund ist, dass auf den Laufzetteln schon die vergebenen Schlagworte stehen. Einige Fachreferenten geben diese Bücher direkt an die Schlussstelle weiter und vergeben keine weiteren SW (alle anderen Fachrefs nehmen immer alle Bücher mit). Aber auch da, kann man sich mit uns einigen. Wir sehen beim katalogisieren schon welche Bücher deutsche Schlagworte haben. Insofern können auch wir diese Bücher gleich zur Bearbeitung bei der Schlussstelle lassen. Also auch hier, ist der Laufzettel überflüssig.

Ich stelle also fest, die Papierverschwendung muss ein Ende habe.

Ich sage: Rettet die Bäume, stoppt den Laufzettel!